Polyphasic Sleep im Selbstversuch

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11 Januar 2006

Experiment beendet

Da ich in letzter Zeit vermehrt E-Mail Anfragen erhalten habe, ob mein Weblog nicht mehr aktuallisiert wird, hier endlich ein neuer - vorerst abschließender - Eintrag:

Ich habe das Experiment an Weihnachten beendet!

Die Umstellung zurück war eigentlich sehr leicht während der Feiertage. Ich habe die erste Nacht durchgemacht ohne meine Schlafzeiten einzuhalten (da wir ausgegangen waren). Ich habe dann bis in den Mittag hinein ausgeschlafen, am nächsten Tag hatte ich wieder ein geregeltes monophases Schlafverhalten (Nachts zwischen 6-8 Stunden).

Anfangs fühlte ich mich - trotz 7 oder 8 Stunden Schlaf in der Nacht - sehr müde und bin auch hin und wieder bei meinen ersten Einschlafversuchen insinktiv nach etwa 30 Minuten aufgewacht. Aber nach etwa 4-5 Tagen hatte ich wieder problemlos zu meiner alten Schlafgewohnheit zurückgefunden.

Allerdings haben sich einige Sachen bei mir geändert (ob diese Änderungen langfristig bestehen, kann ich derzeit noch nicht beurteilen):

1.) Ich stehe ohne Probleme meistens morgens zwischen 5 und 8 Uhr auf, ohne einen Wecker zu benutzen und bin schnell sehr fit. Früher war ich ganz klar der Langschläfer bzw. Morgenmuffel-Typ.

2.) Ich erinnere mich zumeist an einen oder mehrere Träume, die ich Nachts hatte, was mir sehr gefällt (auch wenn Sie meistens keinen Sinn ergeben)

3.) Vor einigen Tagen hatte ich sogar meinen 3.ten Luizid Traum. Sehr lange und intensiv. Ich habe versucht zu fliegen, was mir teilweise auch gelang, nur konnte ich es nicht immer hundertprozentig kontrollieren. Bin oft gefallen und musste mich dann wieder darauf konzentrieren, dass ich an Höhe gewinne.

4.) Ich habe hin und wieder Mittags das Verlangen ein Nickerchen zu machen. Ich lege mich dann für 30 Minuten hin und fühle mich anschließend wieder voller Tatenkraft und Energie.

Fazit

Für mich persönlich stellt das Experiment eine interessante Erfahrung dar, auch aus psychologischer Sicht - dass das zunächst unglaubliches erreichbar ist.

Ich habe mir (und den Lesern dieses Weblogs) bewiesen, dass es kurzfristig tatsächlich möglich ist seine Schlafgewohnheiten so umzustellen, dass man mit 2-3 Stunden Schlaf täglich auskommt. Das Hauptproblem (warum ich das Experiment auch beendet habe) ist folgendes: Wenn man adaptiert ist: Was stellt man mit seiner Zeit an? Es hört sich vielleicht verrückt an - aber irgendwann gehen einem die Ideen aus was man die ganze lange Nacht (vor allem wenn man im Dorf wohnt) machen soll. D.h. wenn ich das nächste Mal wieder umsteige (und ich werde es definitiv wieder machen, das nächste Mal über einen noch längeren Zeitraum), werde ich mir einen genauen Plan machen, wie ich meinen Lebensalltag gestalten möchte.

24 Dezember 2005

Frohe Weihnachten

Das Jahr 2005 neigt sich dem Ende zu, und das Jahr 2006 steht vor der Tür. Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben alles erdenklich Gute, eine fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

Wir sagen “Danke” für Ihre Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.

Als kleines Geschenk zum Jahresausklang finden Sie unter folgendem Link das kostenlose Spiel “Space Commander Sparks’ Space Racer”, das Ihnen hoffentlich etwas Freude während der Feiertage bereiten wird:

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23 Dezember 2005

Neues Luizid-Erlebnis

Eben hatte ich meinen zweiten Luizid-Traum. Diesmal jedoch einen sehr schönen, und typischerweise, wieder sehr intensiven Traum. Es ist wirklich sehr schwer zu beschreiben, aber man fühlt sich wirklich total befreit und allein für dieses Erlebnis lohnt es sich Polyphasic Sleep einmal auzuprobieren - wirklich eine interessante Erfahrung. Ich hoffe wirklich, dass sich diese Art der Träume in Zukunft noch häufen werden. Meine Grunschullehrerin hat ja immer gesagt: "Der Jochen lebt in 'ner Traumwelt" - wie recht Sie doch hatte :-)

Was etwas unangenehm war, war der Wachvorgang. Im Gegensatz zum ersten Traum wollte ich diesmal nicht aufwachen (weil's so schön war - und nein, ich erzähl nicht was ich geträumt hab und nein, es hatte nix mit Sex zu tun ;)). Dennoch war es so, dass ich auf einmal im Traum merkte: "Oh, ich wache gerade auf". Das habe ich dann versucht zu verhindern - wie, kann ich nicht beschreiben. Aber dann, ganz kurz vor dem Aufwachen, der Traum wurde unklar und verschwamm, fühlte ich mich plötzlich als ob mir jemand die Haut übers Gesicht gezogen hätte und ich ersticken würde. Dann ließ dieses Gefühl nach, und ich merkte aber noch für den Bruchteil einer Sekunde (Empfindung, wirkliche Zeitangaben sind im Traum schwer) wie mein Körper aus dem gelähmten Zustand (den man während der REM-Traumphase hat) wieder "normalisiert" wird. Ist auch am Anfang unangenehm, weil man das Gefühlt hat sich nicht bewegen zu können.

Beim Aufwachen hatte ich das Gefühlt es wären etwa 2 Stunden vergangen und der Alarm sei nicht runtergegangen, ein Blick auf die Uhr belehrte mich eines Besseren: Ich hatte für genau 20 Minuten geschlafen.

15 Dezember 2005

Der erste Luizid-Traum

Heute hatte ich meinen ersten Luizid-Traum. Was für ein krasses Erlebnis. Doch von vorne.

Die letzten zwei Wachphasen war ich etwas müde - das hatte ich schon destöfteren in den Phasen morgens, vor allem zwischen 6 und 10 Uhr.

Dann legte ich mich wieder um 10:00 Uhr hin, schlief ein und war volkommen weg. Plötzlich befand ich mich in einem Traum, wusste aber ganz genau, dass ich träume. Es war irgendwie als ob man bei Bewusstsein wäre, aber gleichzeitig in dem Traum ist und sich frei bewegen kann. Es ist schwer zu beschreiben, aber es ist tatsächlich so, das man obwohl man weiß das man träumt es einem gleichzeitig alles total realistisch - und intesiv - vorkommt.

Es war nicht gerade ein angenehmer Traum: Ein muskulöser Schläger (Mann, der war über 2 Meter) kam auf mich zu. Er wollte mich verprügeln. Als er vor mir stand fing ein leichtges Gerangel an. Da ich ja wusste dass ich Täume, habe ich mir gedacht, dass ich einfach die Augen öffne, was ich dann auch tat.

Doch jetzt kommt das krasseste: Mein Schlafzimmer ist relativ dunkel, nur die grüne LED der Stereoanlage leuchtet leicht im anderen Ende des Raums. Man kann aber Möbel und alles noch problemlos (aber dunkel) erkennen. Ich öffnete also meine Augen und sah den Schläger neben meinem Bett stehen.

Ich blickte auf und ab, weil ich meinen Augen nicht traute, doch er stand immer noch da. Dann habe ich gedacht: "Mist, ich träume noch, dass kann doch nicht sein."

Das ganze hielt etwa 10 Sekunden an, während ich im Wachzustand war. Dann verschwand er als ich das Licht einschaltete.

Ich vermute mal, dass dadurch dass ich mich "mit Gewalt" selbst aufgeweckt habe (man muss sich schon etwas anstregen, um die Augen zu öffnen) hat mein Gehirn noch nicht komplett umgeschalten gehabt und ich hatte noch für eine kurze Weile eine Art Tagtraum.

Unmittelbar nach dem ich aufgestanden bin, fühlte ich mich so fit wie selten zuvor. Wirklich eine sehr interessante Erfahrung.

14 Dezember 2005

Tipps & Facts für Polyphasic Sleeper

Zunächst: Bei allen Tipps und Fakten die ich hier aufliste, handelt es sich um persönliche Einschätzungen und Erfahrungen, die ich zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund meines Polyphasic-Experiments mache, gemacht habe.

Tipps und Fakten

  • Die Umstellung auf Polyphasic-Sleep kann nur durch Schlafentzug getätigt werden, erfordert einen starken Willen es durchzuziehen und zeitliche Flexibilität (vor allem am Anfang). 2 Wochen muß man rechnen, bevor mein einigermaßen reinkommt. Dabei gibt es viele Stunden, in denen es einem nicht besonders gut geht und man demzufolge auch nicht sonderlich Produktiv werden kann.
  • Nach den ersten Tage verwandelt sich die Müdigkeit in eine Art Meditativen Zustand, d.h. man denkt sehr viel über Dinge nach, es kommt einem so vor als ob alles ein bisschen in Zeitlupe vor sicht geht. Man ist sehr in sich gekehrt, das Gehirn arbeitet ausgesprochen langsam.
  • Es gibt wissenschaftliche Behauptungen, die einem ein kürzeres Leben prognostizieren, wenn man weniger als 6 Stunden täglich schläft. Es ist wichtig anzumerken, dass dies darauf beruht, dass ein Mensch häufig an Schlafentzug leidet, bei Polypahsic Sleep wird aber die Schlafgewohnheit so geändert, dass kein Schlafentzug stadtfindet. Tatsächlich ist es so, dass es keine exakten wissenschaftlichen (belegten) Fakten gibt, die belegen wozu die Tiefschlafphasen (die man als Polyphasic Sleeper so gut wie nicht mehr hat) dienen. Aber es gibt auch keine Langzeit-Untersuchungen and Polyphasic Sleepern, so dass es durchaus möglich ist, dass im späteren Leben Probleme jeglicher Art auftreten könnten.
  • Es ist sehr interessant beim Aufwachen sich immer an einen Traum zu erinnern (vor allem, wenn man sich vorher fast nie an einen Traum erinnert hat).
  • Fleisch und fettige Nahrung sollte vermieden werden, vor allem während der Adaptionsphase
  • Frisch gepresste Fruchtsäfte und/oder viel Obst und Gemüse helfen gegen starke Müdigkeitserscheinungen, dies kann auch in der Adaptionsphase von Nutzem sein
  • Sollte man in der Anfangsphase Einschlafprobleme haben helfen folgende Punkte:
    1. Ein heißes Bad bevor man sich hinlegt hilft, da die Körpertemperatur und damit der Energieverbrauch heruntergefahren wird und so schneller die Leichtschlafphase eintreten kann.
    2. Man sollte sich eine feste und fixe Schlafposition raussuchen (z.b. auf dem Rücken liegend, Arme und Beine gestreckt) und sich während dem Einschlafversuch nicht herumwälzen
  • Man sollte in den ersten Wochen definitiv alle Nickerchen einhalten, auch wenn man sich nicht müde fühlt. Hat man eines zeitlich vergessen, unmittelbar nachholen und danach wieder gewöhnlich weitermachen (z.b. 14:00 Uhr Nap vergessen, um 14:30 fällt es auf: Sofort hinlegen und um 18:00 Uhr gewohnt wieder Schlafen)
  • Wenn man verschläft um einige Stunden, dannach keinesfalls ein Nickerchen auslassen. Sollte man unmittelbar vor einer Schlafzeit aufwachen, etwa 30-0 Minuten wach sein und dann nachholen.

13 Dezember 2005

Zwischenstand

Seit meinem letzten Eintrag geht es mit meinem Experiment drunter und drüber. Momentan ist es geschäftlich bei mir sehr stressig: An manchen Monaten langweilt man sich fast schon, an anderen, wie diesem, kommt wirklich alles auf ein Schlag.

Ist natürlich logisch, dass da trotz gutem Vorsatz, die zusätzliche Zeit nicht für Entspannung, Sport und Gesundheit sondern zum Arbeiten genutzt wird.

Lange Rede, kurzer Sinn - die meiste Zeit funktioniert meine Experiment sehr gut, aber ich fühle mich nicht mehr so gut wie z.B. früher als Monophasic Sleeper - irgendwie ausgelaugt. Das könnte natürlich zum einen an meiner neuen Schlafgewohnheit liegen oder eben daran dass ich derzeit halt etwas im Streß lebe. Die letzten Tage liefs etwa immer so, dass ich etwa 2-2,5 Tage "durchgemacht" habe (also mit den 20/30 Minuten Nickerchens dazwischen) und dann irgendwie hatte ich so von der Arbeit die Schnautze voll, dass ich mich ohne Wecker aufs Ohr lege und entspanne. Meistens wache ich dann automatisch nach ca. 20-25 Minuten wieder auf, bin relativ fit, aber hab einfach keinen Bock irgendwas zu machen, schließe also wieder die Augen und schlafe zwischen 3 und 4 Stunden am Stück. D.h. die nächsten Tage will ich mich mehr dazu zwingen, die zusätzliche Zeit nicht mit Arbeit sondern mit schönen Dingen zu gestalten.

Träume habe ich mittlerweile so gut wie immer, manchmal einfache, die ich nach wenigen Minuten Wach-sein wieder vergesse, manchmal sehr intensive. Wenn ich einen sehr intensiven Traum habe geht es mir in meiner nächsten Wachphase deutlich besser, als wenn ich nur einen leichten Traum habe oder von meinem Wecker aus einem Traum gerissen werde. Einmal hatte ich auch einen Mega-Albtraum. Einen Luizid-Traum hatte ich bisher noch nicht.

03 Dezember 2005

Schlafmix

Wie bereits angedeutet, habe ich die letzten Tage mein Experiment leider etwas vernachlässigen müssen. Gestern morgen hatte ich eine zusätzliche Schlafperiode von etwa 4h eingebaut. Nach diesen langen Schlafperioden fühle ich mich immer für einige Zeit etwas verschlafen. Heute Nacht habe ich außerdem 6,5h geschlafen, da wie bereits in einem vorigen Post erwähnt, ich heute eine längere Autostrecke auf mich nehmen mus, wegen eines Termins, in dem ich meine 20-Minuten-Naps nicht einhalten kann.

Als ich heute morgen aufgewacht bin, kam es mir vor als ob mir zeitlich gesehen, jemanden einen Tag gestohlen hatte. Ich vermute wenn man mal über einen längeren Zeitraum (ich hab ja gerade erst begonnen mich langsam daran zu gewöhnen) sich daran gewöhnt hat und dann wieder zurückgeht, wird es einem so vorkommen als ob die Zeit im Rekordtempo verstreicht. Ein ähnliche, aber nicht so ausgeprägte, Erfahrung machte ich nämlich heute bereits durch.

Am Dienstag nächste Woche habe ich nochmal einen Termin - da weiß ich aber noch nicht sicher, ob ich es evtl. so einrichten kann, damit ich meine Schlafzeit einhalten kann. Auf jeden Fall werde ich dann ab Dienstag Abend wieder versuchen meine Zeiten konsequenter einzuhalten.

01 Dezember 2005

Vor- und Nachteile

Mein Schlafexperiment entwickelt sich weiterhin ausgezeichnet. Es ist wirklich schwer zu glauben, aber ich fühle mich tatsächlich wachsamer, motivierter - einfach besser - als früher. Die einzige Zeit am Tag, an dennen ich manchmal eine Müdigkeitsphase bekomme ist morgens zwischen 8:00 und 10:00 Uhr. Deswegen hab ich auch gestern von 8:30 Uhr bis 9:45 Uhr geschlafen. Mein 10:00 Uhr Schlaf habe ich trotzdem ganz normal durchgeführt. Aber die andere Zeit des Tages (inkl. Nacht) ist wirklich super. Man hält das wirklich nicht für möglich. Es ist nicht nur, dass ich mehr Zeit habe als vorher (da weniger Schlaf), nein, ich fühle mich auch noch fitter. Auch kommt es immer mal wieder vor, dass mir die 20-Minuten Schläfechen vorkommen als ob ich einige Stunden geschlafen habe - und das verstärkt das Gefühl noch das man plötzlich mehr Zeit hat.

Die Nachteile sind natürlich, das das ganze etwas unflexibel ist, da man ja zwischen jedem Nickerchen nur 3,5h hat und dann schon wieder schlafen muss. Und da werde ich die nächsten Tage vor ein kleines Problem gestellt. Heute Mittag habe ich eine geschäftlichen Termin bei dem ich mein Nickerchen nicht einhalten kann, zudem muss ich eine größere Strecke mit dem Auto zurücklegen (hin und zurück etwa 1,5h). Dasselbe habe ich auch morgen und am Samstag. Außerdem nächste Woche Dienstag.

Ich habe lange darüber nachgedacht und mich dann entschlossen, kurzfristig längere Schlafphasen einzurichten, ganz einfach weil ich nicht risikieren möchte z.B. während der Autofahrt plötzlich in einen gefährlichen Sekundenschlaf zu fallen. Andere Anhänger dieser Schlafmethode berichten, von plötzlich auftretenden, starken Müdigkeitserscheinungen über den ganzen und folgeden Tag, wenn Sie eine Schlafperiode auslassen.

Ich werde allso zunäcsht versuch mein 10:00 Uhr Schläfchen bis etwa 13:00 Uhr auszuweiten. Wie immer werde ich hier berichten, welche Auswirkung das ganze auf mich und mein Experiment hat.

29 November 2005

Einschlafen aus Gewohnheit

So langsam aber sicher fängt es an Spaß zu machen ein "Polyphasic Sleeper" zu sein. Der letzte Sonntag und die folgende Nacht waren - wie schon der Start am Morgen - einfach unglaublich. Ich fühlte mich durchgehend top fit und irgendwie sogar besser als früher zu meinen "normalen" Schlfazeiten. Es war ein unglaubliches Gefühl, als ob mein Verstand irgendwie einen Turbo eingelegt hätte. Ich hatte unheimlich viele Ideen und konnte unheimlich schnell arbeiten - meine Motivationskurve war auch enorm hoch. Gegen Abend nahm es wieder etwas ab, da fühlte ich mich dann ganz normal. Voll da - keine bisschen müde - 24 Stunden täglich.

Der nächste Morgen und die Nacht verliefen auch sehr gut, allerdings war es eher wieder Normalzustand, d.h. der "Turbo" wurde wieder abgeschalten. Außerdem stieß ich auf ein anderes kleines Problem: Ich wollte mich an diesem Tag hinlege um etwas zu lesen und zu entspannen. Ich war dabei top fit und kein bisschen müde. Doch plötzlich schlafe ich ein - eine halbe Stunde später bin ich wieder aufgewacht. Es scheint so, als ob mein Körper hinlegen nun mit "sofort einschlafen" assoziiert auch wenn ich gar nicht müde bin. Ist ein wenig ärgerlich, da ich früher oft, wenn ich was Nachschlagen oder lesen musste, mich eben aufs Sofa oder ins Bett gelegt habe um entspannt rechechieren zu können.

Heute morgen passierte mir nämlich prompt dasselbe. Ich bin aufgestanden von meinem 6:00 Uhr Schlaf und war sofort wieder top-fit. Ich hatte kurz darauf über ein paar Programmier-Probleme nachzudenken und hatte mir gedacht, dass ich mich dazu entspannt hinlege, um mich gut konzentrieren zu können - und prompt bin ich eingschlafen - diesmal allerdings für etwa 3 Stunden. Das ist wirklich ein eigenartiges Gefühl, weil ich es nicht merke wann ich einschlafe. Man kann sich das so vorstellen, dass man plötzlich aufwacht und überlegt, was passiert ist, weil man sich gar nicht schlafen gelegt hat und auch nicht müde war. Dannach war ich mentaler wieder etwas schlechter drauf als zuvor, aber ich denke während der nächsten 2 Schlafperioden wird sich das wieder normalisieren. Ich glaube, dass ich das schlimmste hinter mir habe. Müdigkeitsphasen kommen, wenn überhaupt, nur noch unmittelbar vor Ende meiner Wachperiode. Das ist auch ok, und der Beweis dass sich mein Körper schon ein gutes Stück an meinen neuen Rythmus gewöhnt hat, da er mir automatisch am Ende der Wachphase signalisiert: "Hey, es ist Zeit für Dein Nickerchen".

Auf jeden Fall, darf ich daraus lernen, dass ich mich in Zukunft nur noch hinlegen darf, wenn ich auch einschlafen will.

27 November 2005

I feel good.... I knew that I would

Bin eben wieder von meinem 6:00 Uhr Schlaf aufgewacht, diesmal erst mit dem Wecker, dennoch fühle ich mich erneut super, wie der Eine oder Andere aus dem James Brown Zitat im Titel sicherlich schon vermutet hat. Ich fühle mich richtig ausgeschlafen und erholt. Und ich hatte einen Traum, was ein sicheres Zeichen dafür ist, dass ich mich in der REM-Phase befand.

Es ist wirklich schon ein kleines Wunder: Wenn ich früher um 6:00 Uhr aufstehen musste (z.B. wegen eines Termins oder so) und meine 7-8 Stunden Schlaf hatte, fühlte ich mich morgens fertiger als jetzt.

Gestern morgen gegen 10-11 Uhr hatte ich eine Müdigkeitsattacke, ein paar leichte über den Tag verteilt und heute morgen um 5:00 Uhr nochmal - aber sie waren gut auszuhalten, und es bestand eigentlich keinerlei Gefahr einzunicken.

Hier noch einige interessante Artikel, auf die ich gestoßen bin, auch wenn Sie mit meinem Experiment nur bedingt zu tun haben:

http://www.3sat.de/nano/cstuecke/60992/
http://www.3sat.de/nano/astuecke/06851/
http://www.3sat.de/nano/cstuecke/67238/index.html

Nur soviel: Die Artikel sind unterinander teilweise stark widersprechend. Das zeigt deutlich, wie wenig (sicheres) wir über die Bedeutung von Schlaf wissen. Aber wenn wir wirklich sowenig darüber wissen - warum soll dann die Monophasen-Schlafmethode die bessere oder gesündere sein?

26 November 2005

Polyphasic Sleep - Morgenmagazin

Guten Morgen! Wir haben Samstag morgen, 6:30 Uhr während ich diese Zeilen schreibe und ich fühle mich fit wie ein Turnschuh auf Ecstacy. Doch eines nach dem anderen.

Zunächst einmal die Nacht von Donnerstag auf Freitag. Eigentlich lief alles gut, ich fühlte mich relativ ok und um 3:00 Uhr morgens stellte ich meinen Körper in die Küche - mein Geist folgte mit leichter Verzögerung auch - und kochte mir eine Kleinigkeit: Rührei mit Zwiebeln und Speck in viel Butter. Lecker! Danach fühlte ich mich allerdings nicht mehr so lecker. Meine Aufmerksamkeit ließ schlagartig nach - an die Erfüllung meiner Aufgabenliste war nicht mehr zu denken - ich kämpfte mit eisernem Willen darum nicht im Stehen einzuschlafen. Man kann sich nicht vorstellen, wie froh ich war um 6:00 Uhr endlich meine Augen zu schließen. Ich hoffte dass es nach meinem 20-Minuten Nickerchen wieder aufwärst mit meinem Wohlbefinden geht. Fehlanzeige. Im Gegenteil, ich war fertig ohne Ende, hatte sogar leichte Koordinationsschwierigkeiten. Bis 10:00 Uhr fiel ich immer mal wieder in eine Art Sekundenschlaf - vergleichbar wenn man übermüdet Auto fährt. Bei meinem nächsten Schlafzyklus verpennte ich glatt um 1,5 Stunden. Danach ging es etwas besser, war jedoch immer noch müde.

Ursachen

Ich vermute stark dass die Müdigkeit durchaus auch durch meinen mitternächtlichen Snack hervorgerufen wurde. Viele "Experten" auf dem Gebiet der Polyphasen-Schläfer berichten davon, dass man sich möglichst Gesund, mit wenig Fleisch und wenig Fett ernähren soll. Außerdem sollte man die Mahlzeiten möglichst nicht unmittelbar vor der nächsten Schlafphase nehmen. Daran hab ich mich bisher nicht wirklich gehalten - und das Rührei triefte vor Fett. Ich machte mir erstmals Gedanken, als sich wirklich wie auf Knopfdruck nach der Mahlzeit mein Gemütszustand rapide verschlechterte. Das möchte ich in Zukunft beachten.

Was kann ich noch weiter tun um gegen das Verschlafen vorzubeugen. Ich verwende immerhin schon drei Wecker. Und da liegt das Problem. Jeder Wecker klingelt ne Minute und dann hören diese selbständig auf. Da kann ja keiner aufwachen, deswegen habe ich mir eine clevere Lösung überlegt, die sich den Umstand zu nutze macht, daß ich meinen Computer in der Nähe meines Bettes stehen habe (etwa 10 Meter entfernt):

Ich habe schlichtweg ein ganz kleines Programm geschrieben. Man stellt einfach einen Countdown ein, z.B. 20 Minuten, wählt eine Musikdatei aus, dreht die Lautsprecher auf und drückt Start. Nach 20 Minuten wird automatisch begonnen, die ausgewählte Audiodatei ganz leise abzuspielen. Innerhalb einer Minute wird die Lautstärke auf das Maximum hochgedreht. Und ich kann sagen - je nach Boxen kann das enorm laut sein. Zweiter Vorteil: Das Audiostück wird endlos wiederholt, bis ich zum PC die entsprechende Tastenkombination zum Beenden gebe. (Für den Fall das das Tool noch für jemanden nützlich sein kann, kann es hier heruntergeladen werden: http://www.webart-design.de/PSAlarm.exe - ist aber wirklich nichts großes!)

Noch eine kleine Anmerkung am Rande: Da mir momentan häufig kalt ist - vor allem direkt nach dem Aufwachen, habe ich mir angewöhnt meine Kleider, bevor ich mich hinlege, auf die Heizung zu legen, damit diese wenn ich sie wieder anziehe schön kuschelig warm sind. Dadurch fällt das Aufstehen auch nochmal um einiges leichter. Das man desöfteren friert während der Adaptionsphasen deckt sich mit anderen Erfahrungsberichten.

Wohlbefinden steigt

Im Laufe des Tage, vor allem gegen Abend stieg mein Wohlbefinden wieder an. Ich hatte Nachmittags und Abends je eine zusätzlichen Schlafphasen von je 20 Minuten eingebaut. War eigentlich nicht nötig, aber ich wollte dann doch etwas vorbeugen, denn so wie gestern Morgen möchte ich mich nie wieder fühlen.

Abends um 20:30 Uhr traf ich mich mit einem guten Freund in einer Kneipe, um ein bisschen über deutsche Politker herzuziehen. Außerdem habe ich einen feinen Salat gegessen. Um 22:00 Uhr verließ ich kurz die Kneipe, ging schlafen, und da es mir dann richtig gut ging fuhren wir nach Freudenstadt in ein Tanzlokal. War wirklich ein schöner Abend. Ich kam so etwa um 2:30 Uhr heute morgen heim, und nahm dann also meine Schlafphase für 2:00 Uhr eine halbe Stunde später. Danach war ich einigermaßen fit, und ich war imstande einen wichtigen Auftrag für einen Kunden fertigzustellen.

Um 6:00 Uhr legte ich mich dann wieder aufs Ohr. Genau 13 Minuten später bin ich (also vor dem Alarm) aufgewacht und muß sagen, dass ich mich während des gesamten Experiments noch nicht so gut gefühlt habe wie momentan. So kann es weitergehen. Es ist wirklich unfassbar für mich, wie man sich mit nur 13 Minuten Schlaf, auf einen Schlag dermaßen gut erholen kann. An einen Traum kann ich mich aber nicht erinnern, ein paar vereinzelnte, sinnlose Bilder - sonst nichts.

So, ich mach mir jetzt ein Frühstücks-Tee und dann werde ich zur Post gehen. Machen die um Acht oder um Neun auf...?

24 November 2005

Radwechsel bei Nacht

Ich habe gestern morgen wieder um ca. 2 Stunden verschlafen. Daraus ziehe ich jetzt Konsequenzen:

  1. Ab sofort schlafe ich nur noch auf dem Sofa, und nicht mehr in meinem Bett. Das Sofa ist unbequemer und soll mir das Aufstehen erleichtern.
  2. Meine drei Wecker werde ich nicht mehr unmittelbar neben meiner Schlafstelle positionieren sonder im ganzen Raum verteilt. So dass ich gezwungen bin aufzustehen, wenn ich diese Ausschalten möchte
  3. Ich möchte meine Arbeit am Computer in der Nacht stark reduzieren, da dies dazu beiträgt, dass die Augen noch schneller ermüden.
  4. Ich erstelle mir vor jeder Nacht einen Plan mit Tätigkeiten, die ich in 3 Kategorien unterteile und in der Nacht ausführe wenn ich a) relativ fit bin, b) leichte Müdigkeitserscheinungen hab und c) starke Müdigkeitserscheinungen hab
Die o.g. Punkte führe ich jetzt seit gestern morgen um 10:00 Uhr aus. Für ein Fazit ist es zu früh, hier aber die ersten Eindrücke:

Das Schlafen auf dem Sofa funktioniert, und selbst wenn ich müde bin, bin ich schnell auf den Beinen. Das Scheiß-Ding ist einfach irre unbequem, da will keiner liegen bleiben. Die Wecker, tun ihr übriges. Negativer Nebeneffekt: Zur Zeit habe ich einen Krampf in meinen Oberschenkeln, was evtl. auf meine Schlafeinheiten auf dem (unbequemen) Sofa zurückzuführen ist.

Was habe ich heute Nacht getrieben? Wie geplant hatte ich mir eine Liste angelegt mit verschiedenen Non-Computer Tätigkeiten.

Ich habe heute Nacht in meiner (beleuchteten) Garage die Winterreifen auf mein Auto montiert. Schade dass um die Zeit in unserer ländlichen Gegend niemand mehr rumirrt, wäre sicherlich witzig gewesen, was die Leute denken wenn so ein Irrer mitten in der Nacht seine Räder wechselt.

Als ich mich im weiteren Verlauf der Nacht leicht müde wurde, habe ich mich eine Stunde auf den Fahrrad-Heimtrainer gesetzt und hab (sehr gemütlich) in die Pedale getreten. Das war wirklich interessant. Als ich anfing war ich relativ müde, und schon nach wenigen Minuten, hatte ich das Schlafgefühl verdrängt. Auch nach der Stunde (mit mehreren kleinen Pausen dazwischen) fühlte ich mich richtig gut - muß ich mir definitiv merken.

Außerdem habe ich mir mal wieder Spagetthi mit einer Tomantesoße gekocht. Ich hatte zwar nicht viel Hunger, aber es hat Spaß gemacht und die Zeit geht beim Kochen schnell rum und müde wird man auch nicht.

Außerdem habe ich an einigen Spielekonzepten gearbeitet. Ganz klassisch! Offline - mit Bleistift und Papier!

Ich denke, es fällt wesentlich leichter wenig zu schlafen, wenn man durchgehend was zu tun hat. Deswegen möchte ich das die nächsten Tage fortsetzen.

Was ich noch nicht umgesetzt habe von meiner Liste ist ein nächtlicher Spaziergang, für den ich eine Stunde eingeplant hatte. Ich denke ich werde Ihn machen, wenn ich von meiner 6:00 Uhr Schlafeinheit (die ich gleich nehme) wieder aufwache. Wobei ich auf jeden Fall noch einen tief in der Nacht machen möchte. Ist nämlich bestimmt schön gruselig - und wenn Adrenalin in mein Blut gepumpt wird, schlaf ich schon nicht ein :-)

23 November 2005

Oversleeping

"Oversleeping" - so nennen die Polyphasic Sleeper wenn Sie in ihren Schlafphasen nicht nach den angestrebten 20-30 Minuten aufwachen sondern durchschlafen. Wie bereits erwähnt, gerade in der Adaptionsphase sehr nachteilig, da der Körper dadurch nicht gezwungen wird die REM-Schlafphase soweit nach vorne zu "ziehen", damit man diese unmittelbar nach dem Einfschlafen erreicht.

Unmittelbar nach meinem letzten Beitrag vom 18. November ist mir das ganze andauernd passiert und das völlig unerwartet. Als ich um 6:00 Uhr zu Bett ging, war ich immer noch in einer mentalen guten Verfassung. Als ich etwa um 8:30 Uhr aufwach war alles anders - schlimmer! Mir taten häufig die Augen stark weh, ich hatte ein enorm starkes Verlangen endlich in mein kuscheliges Bett zu kriechen und so lange zu schlafen wie ich wollte, ich fühlte mich schwach. Ich versuchte gegen das Verlangen meines Körpers anzukämpfen und ich glaube ich fühlte mich noch nie in meinem Leben so müde. Es kam wie es kommen musste. Am Samstag und am Sonntage habe ich immer wieder verschlafen, den Wecker einfach nicht gehört. Am Sonntag hatte ich dabei von 4:00 Uhr Nachts bis 10:00 Uhr durchgeschlafen.

Ich musste mir was einfallen lassen. Das gibt es doch nicht, dass es mir ganz zu Beginn leichter gefallen ist und ich jetzt solche Probleme bekommen. Ein zusätzlicher Wecker muss her! Außerdem habe ich beschlossen wieder mehr Obst, Fruchtsäfte und Salate zu mir zu nehmen, wie in den ersten Tagen. Ich hatte die letzten Tagen sehr fett gegessen, was gerade in der Adaptionsphase wohl problematisch ist.

Zum Glück habe ich es daraufhin wieder relativ gut in den Griff bekommen. Die meiste Zeit bin ich sehr fit und fühle mich gut, hin und wieder habe ich eine Wachphase wo ich sehr müde bin, aber es ist durchaus auszuhalten. Ich hab mir außerdem vorgenommen, dass ich versuche nur noch die offizellen "Zeiten" zu schlafen, d.h. auch bei Müdigkeit keine zusätzlichen "Nickerchen" einzubauen (z.B. um 4:00 Uhr morgens). Mal sehen, ob das besser funktioniert. Ich habe nämlich gelesen, dass die 4-Stunden-Zyklus-Regelung irgendwie mit der inneren biologischen Uhr abgestimmt sein soll, deswegen soll dieser Zyklus besser als andere funktionieren.

Gleichzeitg bin ich auf weitere englischsprachige Weblogs gestoßen von Leuten, die Polyphasic Sleep an sich ausprobieren. Für die meisten scheint es ganz gut zu funktionieren, für einige wenige ganz hervorragend und einer macht es seit über 90 Tagen und fühlt sich immer noch Tag für Tag beschiessen - sollte mir das so gehen, werde ich die Show bestimmt keine 90 Tage durchziehen. Aber für den Anfang lass ich mir das Gefallen - ist ja nur logisch, dass der Körper sich nicht von heute auf morgen umstellen kann, wo er bisher sein fast ganzes Leben daran gewöhnt war.

18 November 2005

Luzid-Träume

Ich bin überrascht wie gut ich bisher zu meinem "Polyphasen-Rythmus" der letzten Woche zurückgefunden habe. Dies ist bereits die zweite Nacht und bisher habe ich keine Probleme, meine Schlafzeiten einzuhalten.

Da ich natürlich auch während meines Experimentes die Ergebnisse andere Polyphasen-Schläfer beobachte, möchte ich heute etwas über Luzid-Träume schreiben. Das ist eine spezielle Art zu träumen, die im fortgeschrittenen Verlauf auftreten sollen (nach ca. drei bis vier Wochen, wenn der Körper sich zu 100% an die neuen Schlafzeiten gewöhnt hat).

Was sind Luzid-Träume?

Kurz gesagt sind das Träume in dem einem klar ist das man im Moment träumt. Wenn einen während eines Traumes diese Erkenntnis packt, soll einem die Welt real vorkommen und man kann die Traumhandlung bewusst steuern. Teilweise beschreiben Personen, dass Sie die Träume noch realer also die Realität empfinden, was sehr seltsam erscheinen kann. Viele beschreiben in Luzid-Träume wie sie durch die Lüfte fliegen und dies als atemberaubendes Erlebnis wahrnehmen.

Ich persönlich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein solches Erlebnis gehabt zu haben und bin wirklich gespannt ob sich so etwas in dieser Art während des Experimentes bei mir einstellen wird.

Auch während meiner 20-Minütigen Schlafphase kann ich mich zum Großteil nicht daran erinnern geträumt zu haben, was eigentlich ein Zeichen dafür sein sollte, dass ich noch nicht das Stadium erreicht habe, direkt in den REM-Schlaf zu fallen (ist ja auch noch etwas früh nach der Unterbrechung). Manchmal habe ich einzelne, wirre Bilder im Kopf wenn ich aufwache, aber nichts was man als Traum bezeichnen könnte. Aufgrund dessen, wundert es mich ein bisschen dass ich derzeit relativ fit und entspannt durch den Tag gehen kann, obwohl ich nur ca. 3 Stunden schlafe und den REM-Schlaf offensichtlich noch nicht erreicht habe. Aber vielleicht befinde ich mich ja derzeit in einer Art Grenzstadium.

17 November 2005

Back 2 life

Mein Gesundheitszustand hat sich wieder verbessert. Das einzige was mich noch stört ist dieser ekelhafte Schnupfen. Aber, damit kann ich leben, und deshalb habe ich wieder meinen Polyphasen-Schlafrythmus seit gestern (Mittwoch) Mittag um 14:00 Uhr angewandt. Sehr erfreut war ich darüber, dass ich die ganze Nacht auch nicht annähernd mit Müdigkeit zu kämpfen hatte. Und auch jetzt um halb zehn Uhr morgens fühl ich mich immer noch relativ fit.

Gerne würde ich glauben, dass mich die Unterbrechung in meinem Selbstversuch überhaupt nicht zurückgeworfen hat und ich nahtlos da weitermachen kann, wo ich Sonntag Nacht aufgehört habe, aber so viel Glück werde ich wohl nicht haben. Also rechne ich die nächsten Stunden, oder spätestens die kommende Nacht mit starkem Gähnen meinerseits und mit einem erneuten Kampf gegen die Schläfrigkeit.

15 November 2005

Unterbrechung

Leider habe ich am Sonntag Nacht starke Halsschmerzen und Fieber bekommen. Ich denke aber, dass es nichts mit meiner neuen Schlafgewohnheit zu tun hat, da letzte Woche schon meine gesamte Familie von dieser Grippe heimgesucht wurde (ich hab noch rumgealbert: "Ich schlaf nicht und hab ein besseres Abwehrsystem!").

Dennoch werde ich für den Zeitraum meiner Krankheit, mein Schlaf-Experiment leider unterbrechen müssen. Ich werde meine 20 Minuten Zyklen einhalten, aber zusätzlich noch längere Schlafphasen einführen wenn mein Körper das verlangt, um so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Evtl. fällt mir so auch die spätere Umstellung wieder leichter. Schaden, kann es ja nicht!

13 November 2005

Skurille Änderungen

Nach fast einer Woche kann ich berichten, dass sich meine Nahrungsaufnahme nicht besonders gewandelt hat. Hin und wieder habe ich Nachts etwas Obst gegessen, und manchmal sogar gefrühstückt, aber beim Mittagessen hatte ich sogar den Eindruck weniger als früher zu essen, dafür aber immer zwischendurch mal etwas Obst. Das ist sicherlich auch gut so, damit ich meinem Körper fehlende Vitamine, die er normalerweise selbständig produziert, zuführen kann.

Ich drinke auch bewusst mehr als vorher. Dabei ist Alkohol und Kaffee absolut tabu. Selbst in kleinsten Mengen vermeide ich es! Hauptsächlich drinke ich Wasser und Fruchtsäfte.

Ich stelle fest das ich dadurch auch häufiger die Toilette aufsuchen muss, was ja aber eigentlich nur logisch ist.

Etwas anderes ungewöhnliches was mir auffiel ist mein Bartwuchs. Normalerweise muss ich mich spätestens alle 2 Tage rassieren um nicht wie ein Bär auszusehen. Doch nun scheint er viel langsamer als früher zu wachsen? Wächst der Bart, oder sogar die Haare im Allgemeinen, also während dem Schlaf? Wenn ein Leser dazu Informationen hat würde ich mich sehr darüber freuen.

Am Samstag hatte ich leichte Kopfschmerzen, was eigentlich eher untypish für mich ist. Ich vermute mal, dadurch dass ich Freitag-Nacht zuviele Stunden durchgeschlafen habe, kamm mein Körper vollends durcheinander. Aber könnte auch sein, dass diese durch etwas anderes hervorgerufen wurden.

Ich stelle auch fest, dass sich einiges an meinen Ansichten ändert. Früher nahm ich mir für viele Dinge nur wenig oder keine Zeit, das hat sich in den letzten zwei Tagen gewandelt. Selbst wenn ich eine wichtige und eilige Arbeit zu erledigen hatte, habe ich es nicht wie sonst schnellstmöglichst, ohne Pause durchgezogen, sondern bin gelassen herangegangen und hab Pausen mit Spaziergängen eingelegt.

12 November 2005

The Show must go on...

Trotz des derben Rückschlags beschloss ich das Experiment fortzuführen. Ich begann zu Überlegen warum es wohl in der letzten Nacht so extrem gescheitert ist. Fact ist, dass ich immer noch sehr ruckartig aus meinen Schlafphasen gerüttelt wurde, und das macht es natürlich auch einfach zu verschlafen, wenn man tief schläft. Logisch! Aber wie konnte ich das ändern?

Nach allem was ich bisher weiß fällt der Körper zunächst in den Leichtschlaf, dann in den Tiefschlaf und dann in den REM-Schlaf. Ich vermute deshalb, dass sich mein Organismus nach 30 Minuten schon im Tiefschlaf befindet, deshalb fällt mir das Aufstehen so schwer, deshalb habe ich dann auch verschlafen. Ich beschließe also den Zyklus auf 20 Minuten zu kürzen. Am Anfang wählte ich bewusst 30 Minuten, da ich mir dachte, dass es wohl Anfangs leichter sei etwas mehr Schlaf zu haben. Wenn ich mich nach 20 Minuten noch im Leichtschlaf befinde wäre es kein Problem den Wecker zu hören und aufzuwachen.

Im Gegenzug wollte ich dafür mehrere Schlafphasen einlegen, vor allem Nachts, und in den Morgenstunden.

Das habe ich gemacht. Leider habe ich die meisten Phasen nur gedönst - ähnlich dem ersten Tag. Die Nacht davor hatte leider wieder einiges durcheinander gebracht.

Den ganzen Tag über ging es mir sehr gut. Ich vermute die Umstellung auf 20 Minuten war eine kluge Entscheidung, auch in den früher schiwerigen Phasen Nachts und Morgens, bin ich ganz leicht aufgewacht und fühlte mich auf Anhieb gut.

Die Nacht habe ich problemlos herumgebracht, ohne größeren Müdigkeitserscheinungen.

11 November 2005

Schlimmer Rückschlag

Der Freitag verlief erwartungsgemäß gut. Ich fühlte mich sogar in der Lage mich wieder ins Auto zu setzen und Einkaufen zu gehen.

Im Radio hörte ich, dass es eine Gesetzesänderung bzgl. der Ladenöffnungszeit geben solle, nachdem zukünftig die Länder darüber entscheiden dürfen, wie lange die Geschäfte geöffnet haben. Da dachte ich nur: "Spitze, 24 Stunden Ladenöffnungszeiten! Dann kann ich immer Nachts Großeinkauf machen!". Kurzum - ich war gut drauf und langsam begann das Experiment mir Spaß zu machen.

Am Abend traf ich mich mit einigen Freunden um auszugehen. Dazwischen um 22:00 Uhr bin ich kurz nach Hause gefahren um meinen Schlafzyklus einzuhalten und um eine halbe Stunde später wieder zurückzukommen. Als sie von meinem Selbstversuch erfuhren, reagierten alle sehr interessiert, äußerten aber auch ihre Bedenken bzgl. Gesundheitlicher beeinträchtigung. Gegen 0:00 Uhr verabschiedeten wir uns, was mir selbst wieder sehr surreal erschien. Weshalb? Alle wünschten sich gegenseitig eine gute Nacht und während die anderen nach Hause in Ihr Bett krochen, packte ich mein neues Mikrofon aus, das heute mit der Post gekommen war um es in meinem kleinen Home-Studio an den PC anzuschließen und zu testen.

Ich fühlte mich, also ob ich etwa 85% meiner alten Leistungsfähigkeit erreicht hätte.

Um 2:00 Uhr war ich eigentlich nicht sehr müde. Doch hier geschah für mich das unerwartete. Durchgeschlafen bis 7:30 Uhr. Das glich für mich am nächsten Tag einer mittleren Katastrophe. Bedeutet dies das Aus? Ich wußte, daß es für mich extrem hart werden würde nochmal die vorherigen "Nächte des schlaflosen Grauens" über mich ergehen lassen zu müssen.

Es war schon etwas seltsam, ich hatte mir insgesamt 3 Wecker gestellt. Das habe ich eingeführt, nachdem ich das erste Mal verschlafen hatte. Als ich aufwachte, stellte ich fest, dass alle deaktiviert wurden. D.h. ich bin wohl am Rasseln aufgewacht, hab Sie ausgeschalten und habe weiter geschlafen. Erinneren kann ich mich daran allerdings nicht.

10 November 2005

Aufwärtstrend

Obwohl, oder vielleicht sogar, weil ich verschlafen hatte, verlief dieser Donnerstag sehr gut. Ich hatte alle Schlafzyklen erfolgreich absolviert. Mein Mentaler Zustand war bis dato der Beste seit Beginn des Experiments. Es waren immer noch viele Schlafzyklen dabei, wo ich regelrecht aus dem Schlaf gehämmert wurde (oder zumindest das Gefühl hatte), aber nach wenigen Minuten auf den Beinen, war ich doch relativ fit, wenn man bedenkt, wie wenig Schlaf ich die letzten Tage hatte.

In dieser Nacht habe ich einen großen Haufen Arbeit erledigt und nebenbau auch die neu gewonnene Zeit genutzt um mir ein leckeres Spagetthi Napoli Menü zu kochen. Langsam war ich davon überzeugt, das mein Selbstversuch doch noch Früchte tragen wird.

Und erstmals stellte sich ein seltsames Gefühl ein, wenn man bemerkt dass alle Leute um einen herum immer wieder aufstehen und für 6-8 Stunden Schlafen gehen. Die eigene zeit, die ich im Schlaf verbringe, erwegt für mich persönlich nicht den Eindruck als ob ich Schlafen würde. Es ist eher ein Gefühl wie: "Ich leg mich eben mal zum entspannen einige Minütchen hin". Es ist ein gutes Gefühle.

Am Freitag ging es hervorragend weiter. Es war schon seltsam anzusehen als ich meine Eltern um 7:00 Uhr beim Frühstücken in der unteren Wohnung antraf, wie Sie ihren Kaffee und Tee schlürften und versuchten langsam ins Reich der Lebenden zu finden, während ich Top-Fit dasaß und davon erzählte, dass ich die letzten Nächte über kaum geschlafen hatte.

09 November 2005

Experiment droht zu scheitern...

Gegen Abend ging es mir immer besser und ich konnte meine neue, zusätzliche Zeit, zu Nutze machen um einige wichtigen Arbeiten am Computer zu erledigen. War zwar nich hochkonzentriert, aber für Tätigkeiten wo man nicht sonderlich viel Denken muss, reichte es vollkommen aus. Ich hatte das Gefühl, dass ich nun wohl das Schlimmste hinter mir hatte.

Ich entschied mich um 4:00 Uhr eine zusätzliche 30-Minütige Schlafphase einzusetzen. Ich hatte mir überlegt, dass mir dann evtl. nich die recht unangenehme Müdigkeit vom Vortrag droht. Außerdem kommt es ja darauf an den Körper auf die Länge des Schlafes zu "tranieren". Deswegen dürft es keinen Unterschied machen, wenn man in der Übergangsphase zusätzliche Schlafzyklen einbaut.

Tja, und dann genau passierte es. Verschlafen. Den Wecker einfach nicht gehört! Ich erwachte wieder 5:30 Uhr und hatte somit 1,5 Stunden am Stück geschlafen. Mehrere Quellen berichten davon, dass es während der Übergangsphase nichts schlimmeres gibt als zu verschlafen. Da die Umstellung des Körpers, die notwendig ist, sofort unterbricht, ja, sogar zurückgesetzt werden soll.

Ich hätte mich wirklich Ohrfeigen können, und war bitter entäuscht von mir. Trotzdem sagte ich mir innerlich, dass ich nicht so leicht aufgeben wolle und mir in Zukunft Maßnahmen überlege, damit dies nicht wieder geschieht.

08 November 2005

Es wird härter...

Der zweite Tag. Mein Status hielt den ganzen Tag an, ich hielt meine Schlafzeiten problemlos ein. Deshalb möchte ich nun die Schlafphasen der letzten zwei Tage etwas beleuchten.

Wie bereits erwähnt kam es ganz am Anfang meines Selbstversuchs vor dass ich nur die Augen geschlossen hatte, von richtigem Schlafen konnte keine Rede sein. Das hat sich jedoch schon in der ersten Nacht geändert und ich hatte sogar schon während des ein oder anderen Schlafzyklus einen Traum, was man als positives Zeichen werten kann. Andere Personen berichteten, dass Sie erste Träume nach 1 - 1 1/2 Wochen hatten. Ein Traum ist auch ein Zeichen dafür dass man sich in der REM-Phase befindet, was ja das Ziel der Aktion ist.

In der meisten Zeit war dies jedoch noch nicht der Fall. Wenn der Wecker teilweise runterging hatte ich das Gefühl von einem LKW überrollt zu werden und konnte mich nur unter größten Anstrengungen aus dem Bett bewegen. Unmitelbar nach dem Aufstehen war ich dann verwirrt, müde, hatte das Verlangen weiterzuschlafen. Meine Willenskraft und mein Schlafverlangen ringten so immer wieder innerlich in mir.

Die zweite Nacht war sehr anstrengend für mich. Nach meinem 2:00 Uhr "Nickerchen" hatte ich einen Tiefpunkt erreicht. Ich konnte die Augen kaum noch offen halten - Konzentration war für mich ein Fremdwort. Ich lief immer wieder umher und versuchte mich wach zu halten. Die Zeit bis 6:00 Uhr kam mir vor wie eine Ewigkeit. Und als ich dann 6:30 Uhr schon wieder unsanft vom Bimmeln des Weckers aus dem Schlaf gerissen wurde, fühlte ich mich nur leicht besser.

Nach meinem 10:00 Uhr-Schlaf fühlte ich aber wieder eine leichte Steigerung und nach dem 14:00 Uhr-Schlaf sogar relativ fit und entspannt. Eine leichte Müdigkeit begleitete mich jedoch immer, doch das war problemlos auszuhalten.

07 November 2005

Der Versuch beginnt...

Es ist soweit. Am Montag, den 7. November habe ich den Selbstversuch gestartet. Ich will versuchen ob ich meine Schlafgewohnheiten dahingehend ändern kann, dass nur noch 2-3 Stunden Schlaf pro Tag benötige und dennoch keine Beeinträchtigung, sowohl psychische als auc physische, erfahren werde. Ich bediene mich daran an der "Polyphasic Sleep"-Methode wo man alle 4 Stunden für 20-30 Minuten schläft. Da sich der Körper mitderzeit darangewöhnt und den wichtige REM-Phase des Schlafes nach vorne holt, die normalerweise erst nach 1,5 Stunden eintritt und dann nur sehr kurz ist, soll es - nach der Eingewöhnungsphase - keine Müdigkeitserscheinungen geben. Die Eingewöhnungsphase dauert etwa 2-3 Wochen. Ich bin gespannt.

Vorgaben

Ich entscheide mich meine Schlafphasen jeweils um 2, 6, 10, 14, 18 und 22 Uhr mache. Ich wähle eine Dauer von 30 Minuten aus, d.h. wenn ich beginne meine Augen zu schließen wird 30 Minuten später der Wecker runtergehen - ob ich nun geschlafen habe oder nicht.

Der erste Tag

Meine letzten gewöhnlichen Schlaf hatte ich von Sonntag auf Montag-Nacht. Ich habe etwa 7 Stunden geschlafen, damit ich nicht schon mit fehlendem Schlaf in das Experiment gehe. Die erste Schlafphase legte ich am Montag um 14:00 Uhr ein. Wie ich selbst schon vermutete schlief ich aber nicht ein, sondern döste nur mit geschlossenen Augen vor mich hin. Das verlief auch in den nachfolgenden Schlafphasen ähnlich.

Seltsamerweise hatte ich nach der ersten Schlafphase und auch unmittelbar nach der zweiten leichte Müdigkeitserscheinungen, obwohl ich ja eigentlich eher zuviel Schlaf hatte. Ich vermute dass ich durch das ungewohnte Nickerchen meinen Biorythmus etwas durcheinander gebracht habe.

Die erste Nacht als Polyphasen-Schläfe war gut zu überstehen. Starke Müdigkeitserscheinungen begegneten mir zum ersten mal um 2:30 Uhr morgens, die sich bis 5:00 Uhr noch verstärkten. Trotzdem war es kein Problem die festen Schlafzeiten von 30 Minuten einzuhalten.

Am nächsten Morgen gegen 7:00 Uhr machte ich mir ein großes Frühstück mit gekochten Eiern und belegten Brötchen. Das ist für mich ungewöhnlich - ich esse morgens nur sehr selten was. Wenn überhaupt, erst wenn ich einige Stunden wach bin. Im Großen und Ganzen war ich zu dem Zeitpunkt positiv überrascht wie einfach ich die erste Nacht überstand. Aber ich vermutete schon, dass es im Laufe des Tages, schwieriger sein würde "geradeaus zu denken".

Spezielle Eindrücke hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine. Es kam bei mir auch früher vor dass ich mal eine Nacht bis früh am morgen durchmachte. Dennoch war ich beeindruckt, das ich an diesem Morgen bis auf eine leichten Konzentrationsmangel und Schläfrigkeit realtiv gut drauf war - Arbeite am Computer und leichte körperliche Anstrengungen stellten mich vor kein Problem.

06 November 2005

Vorüberlegungen

Nachdem ich viel über "Polyphasic Sleep" erfahren hatte, wuchs in mir der Wunsch es einmal am eigenen Leib auszuprobieren. Ich muss dazu sagen, dass ich ein Mensch bin der viel Schläft. 7-8 Stunden pro Nacht sind bei mir die Regel. Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder, wenn mal viel Arbeit ansteht. Ich bezeichne mich voll und ganz als Langschläfer, d.h. morgens nach dem Aufstehen bin ich erstmal unkonzentriert und müde. Wenn ich früh aufstehen muss, tue ich mich wirklich schwer "aus den Federn zu kommen".

Ausprobieren möchte ich es hauptsächlich aus einem Grund: Das ganze hört sich so verrückt und irrsinig an, so unglaubwürdig, dass ich es einfach Wissen will, ob es tatsächlich funktioniert oder reine Spekulation von irgendwelchen Theoretikern ist.

Nach weiteren Nachforschungen, fand ich einige Sachen heraus, die für meinen Selbstversuch wichtig scheinen:

  1. In den ersten Tagen, ist man ständig übermüdet. Es gehört viel Willenskraft dazu, nicht länger als 20-30 Minuten zu schlafen. Dies darf aber keinesflass, da sich sonst der Körper nicht auf den REM-Schlaf umstellen kann. Selbst ein Scheitern signalisiert dem Köper in den alten "Trott" zurückzufallen.
  2. Koffein und Alkohol sind absolut, auch in geringen Mengen, tabu. Personen haben dann nämlich immer wieder "verschlafen". Selbst kleinste Menge sollen schon ausreichen.
  3. Durch die Umstellung des Schlafes fehlen dem Körper wohl einige wichtige Vitamini und Hormone, die normalerweise während des Schalfes produziert werden. Deshalb ist es ganz wichtig, viel Wasser zu trinken und viele Vitamine zu sich zu nehmen, z.B. in Form von Obst, Gemüse oder Fruchtsäften.
  4. Die schlimmste Zeit sollen die ersten 2-4 Tage sein, da man sich kaum wachhalten kann.
  5. Nach einigen Tagen, gewöhnt sich der Köper langsam daran, man soll leichter in den Schlaf fallen und beginnen zu träumen. Personen berichten in der Zeit, dass Sie sich teilweise immer noch nicht fit fühlen, aber gut genug, um die Schlafmethode ohne Probleme fortzusetzen.
  6. Nach etwa zwei Wochen soll sich der Körper dann komplett umgestellt haben, die Wachsamkeit und Konzentration soll nun optimal sein. Dieses Ziel gilt es zu erreichen
Auf geht's....

Ich werde mit dem Selbstversuch morgen anfangen. Ich habe mich entschieden meine Schlafphasen auf die Uhrzeiten 14:00 Uhr, 18:00 Uhr, 22:00 Uhr, 2:00 Uhr, 6:00 Uhr und 10:00 Uhr zu setzen. Ich werden heute nochmal richtig ausschlafen. Und morgen Mittage um 14:00 Uhr dann offiziell starten.

Ich bin jetzt schon sehr gespannt, was für Erfahrungen ich in den nächsten Tagen und Wochen machen werde.

05 November 2005

Einleitung - Wie es dazu kam...

"Polyphasic Sleep" - ein Begriff der mir vor einer Woche noch komplett unbekannt war. Bis ich auf den englischsprachigen Weblog von Steve Pavlina (www.stevepavlina.com/blog/) gestoßen bin. Doch was ich hier erfuhr, machte mich äußerst neugirg.

Zusammengefasst kann man sagen, das "Polyphasic Sleep", oder auch "Uberman Sleep Schedule", die Bezeichnung eines anderen Schlafrythmuses ist, als ihn wohl die meisten von uns gewohnt sind. Die meisten Menschen - mich engeschlossen - gehen abends ins Bett, schlafen 6-8 Stunden, stehen wieder auf, sind mehrere Stunden wach und gehen abends wieder schlafen. Diesen Schlafrythmus nennt man auch "Monophasic Sleep" (Anmerkung: Ich verwende hier absichtlich die englischsprachigen Begriffe, da ich keine Eindeutschung gefunden habe. Es könnte jedoch etwa mit Einphasen bzw. Mehrphasen-Schlaf übersetz werden). Ferner erfuhr ich, dass sich mit Hilfe von "Polyphasic Sleep" die Schlafzeit pro Tag auf 2-3 Stunden verkürzt werden kann, ohne physische oder psychische Einschränkungen hinnehmen zu müssen.

"Unmöglich!", dachte ich mir. Dennoch las ich neugirig weiter. Der Trick ist dass man anstelle von 6-8 Stunden am Stück alle 4 Stunden ein 20-30 Minuten langes "Nickerchen" macht. Macht am Tag zusammengerechnet etwa 3 Stunden. D.h. also, man hat jeden Tag etwa 4-6 Stunden mehr Zeit zur eigenen Verfügung, das sind in der Woche etwa 35 Stunden! Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass das Gesund sein soll, geschweige dass dieser Rythmus von einem Menschen bewältigt werden kann.

Von der Neugier angetrieben forschte ich dennoch im Internet weiter. In der Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Polyphasic_sleep) fand ich weitere interessante Hinweise. Z.B. das diese Method offensichtlich nichts neues darstellte und dass historische Personen, wie Leonardo DaVinci, Thomas Edison oder Winston Churchill diese Schlafmethode desöftern anwandten.

Wie und warum soll "Polyphasic Sleep" funktionieren?

Um das zu verstehen, muss man zunächst unsere gewöhnliche Schlafgewohnheit analysieren und verstehen. Unser Schlaf ist nicht die gesamte Zeit durchgehend gleich tief. Vielmehr kann unser Schlaf in verschiedene Phasen eingeteilt werden, die sich in unterschiedlicher Reihenfolge über eine Nacht wiederholen.

Leichtschlafstadien

Dier Zustand kann wohl am ehsten mit "dösen" bezeichnet werden. In ihm befinden wir uns wenn wir gerade ins Bett gegangen sind und die Augen geschlossen haben. Es handelt sich um einen Zustand zwischen Wach und Schlafen. Mit dem Eintritt dieses Stadium beginnt der Körper seine Muskulatur zu entspannen. Blutdruck und Herzfrequenz sinken.

Tiefschlafstadien

Im "Tiefschlaf" wird unsere Atmung verlangsamt. Blutdruck und Herzfrequenz sind abgesunken. Muskelspannung reduziert sich weiter. Zu Beginn der Nacht werden große Menge von Wachstumshormenen ausgeschüttet.

REM-Phasen

Nach etwa 80 Minuten folgt die erste REM-Phase. REM heißt "Rapid Eye Movement", was darauf zurückzuführen ist, dass sich in dieser Phase, die Augen wild hin und her bewegen (wie man in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt hat). Dies ist der Zustand indem der Mensch träumt. Sein Gehirn ist in diese Zeit hoch aktiv, der Kreislauf des Schlafenden wird wieder hochgefahren, d.h. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich. Gleichzeitg sind die Muskeln in der REM-Phase in einem lähmungsähnlichen Zustand. Das soll verhindern, dass der Körper das, was man im Traum tut, tatsächlich ausführt. Das könnte auch den Alptraum "Ich möchte weglaufen, komme aber nich von der Stelle" erklären, den ja viele Menschen miteinander teilen.

Die erste REM-Phase dauer nur wenige Minuten, danach fällt man wieder in Leicht und Tiefschlaf zurück. Die zweite REM-Phase ist häufig schon etwas länger. So geht es in 90-Minuten-Zyklen durch die Nacht. Während sich die Tiefschlafphase immer mehr verkürzt, nimmt die Länge des Leicht- und REM-Schlafes immer mehr zu. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit größer aufzuwachen.

Der REM-Schlaf wird auch für die Psychologische Erholung als sehr wichtig eingestuft. Wenn wir diesen Schlaf nicht hätte, würde wir wohl verrückt werden. Er ist die Phase an dem Körper und Geist regeneriert werden.

Wenn wir ein Schlafdefizit haben (z.B. eine Nacht durchgemacht), werden wir längere REM-Phasen durchlaufen, somit regeneriert sich der Körper selbst, sollte ihm einmal Schlaf fehlen.

Wie geht's weiter?

Soweit so gut. Für die Methode des "Polyphasic Sleep's" kann man sich folgende Eigenschaft zunutze machen: Die wichtigste Phase des Schlafes ist die REM-Phase, gleichzeitig aber auch die kürzeste. Wenn es nun möglich wäre, nur die REM-Phase zu schlafen, könnte man sich prompt ca. 4-6 Stunden Schlaf täglich schenken.

Und hier kommt jetzt der Schlafrythmus ins Spiel. Wenn man beginnt, immer nur 20-30 Minuten zu schlafen, und das alle vier Stunden, wird zu Beginn über kurz oder lang ein Schlafdefizit eintreten. Man wird müde, Konzentration lässt nach. Man kennt das ja von so manch durchgemachter Nacht.

Hält man aber (mit sicherlich eisernem Willen) fest an dem 4-Stunden Schlafrythmus, wird der Körper sich im Laufe der Zeit umstellen und direkt nach dem Einschlafen die REM-Phase starten. Ist der Körper daran erstmal gewöhnt, kann man leichter einschlafen, fällt innerhalb kürzerster Zeit in einen REM-Schlaf und wacht nach 20-30 Minuten mit der Erinnerung an einen Traum erholt wieder auf (Soweit zumindest die Theorie). D.h. mit diesem Schlafrythmus hätte man sogar mehr REM-Schlaf als mit dem "Monophasic Sleep". Das könnte der Grund sein, warum einige behaupten, sie fühlen sich fitter, konzentrierter und entspannter als Sie ihre Schlafgewohnheiten änderten.

Krank wegen fehlendem Schlaf?

Immer wieder stoße ich bei meinen Recherchen auch auf mein eigenes inneres Vorurteil: "Das kann nicht gesund sein. Der Körper braucht einen Schlaf". Tatsächlich ist es so, dass von allen Personen, über die ich etwas erfahren konnte, kurzzeitig Ihre Wachsamkeit verbessert wurde. Viele sind nach dem Aufwachen (was ja dann häufiger geschieht) auch nicht mehr Müde, obwohl Sie früher darüber klagten (und was wohl daran liegt, dass Sie in einer falschen Schlaf-Phase aufgewacht sind). Jedoch gibt es keinerlei Untersuchungen, was "Polyphasic Sleep" für Langzeitauswirkungen auf den Mensch haben kann. Tatsächlich denke ich, dass man das Ganze mit Vorsicht betrachten sollte. Dennoch ist meine Neugier stärker als meine Angst, und deshalb entschloß ich mich, dass ich es versuchen möchte, für eine kurze Zeit, ein Polyphasen-Schläfter zu werden.